Den Polestar 3 kennt ihr hier schon – ich hatte ihn bereits zweimal im Test: zuerst die Allrad-Version, danach zwei Wochen lang den Long Range Single Motor mit Heckantrieb. Ein vollelektrischer SUV, fünf Meter lang, nur 1,60 Meter flach, mit ruhigem Design und sportlichem Handling. Beides hat mir immer gut gefallen. Aber da war eben diese eine Sache: die 400-Volt-Technik. Und genau die ist jetzt Geschichte. Der Polestar 3 2026 steht auf einer 800-Volt-Architektur, lädt mit bis zu 350 kW und leistet in der Topversion 500 kW. Zeit für eine neue Testfahrt – die übrigens anders lief als geplant. Dazu später mehr.
Polestar 3 2026: Das Update, das fällig war
Seien wir ehrlich: Vor einem Jahr haben wir uns über 250 kW Ladeleistung noch gefreut. Heute sagt man in dieser Preisklasse, das sei vielleicht zu wenig. So schnell dreht sich der Markt. Porsche Macan, BMW iX3, die chinesische Konkurrenz – alle fahren mit 800 Volt vor. Polestar musste nachlegen, und das haben sie getan.
Die Eckdaten des Modelljahrs 2026: 800-Volt-Architektur, maximale Ladeleistung 350 kW, von 10 auf 80 Prozent in 22 Minuten – acht Minuten schneller als bisher. Der Akku ist dabei von 111 auf 106 kWh geschrumpft, was 70 Kilogramm Gewicht spart. Die Reichweite bleibt trotzdem gleich, weil das Auto effizienter geworden ist. Dazu kommt ein deutlich schnellerer NVIDIA-Chip im Zentralcomputer und ein neuer, kräftigerer Motor auf der Hinterachse.
680 PS und ein Fahrwerk mit Messer zwischen den Zähnen
Ich war in der Performance-Version unterwegs, erkennbar an den goldfarbenen Sicherheitsgurten und Bremssätteln. Allradantrieb, adaptives Fahrwerk mit Zweikammer-Luftfederung, Brembo-Bremsen, große Räder – und 500 kW Leistung, also 680 PS. Durch den neuen Heckmotor ist das Auto jetzt hecklastiger ausgelegt: eher ein Hecktriebler mit zuschaltbarem Frontmotor. Das macht den Fünf-Meter-SUV noch eine Runde agiler.
Und das spürt man. Beim Mittagessen saß ich neben einem der Fahrwerksentwickler – die Jungs haben das Messer zwischen den Zähnen. Der Polestar 3 geht exakt dahin, wo du ihn hinlenkst. Das ist die alte Rennsport-DNA der Marke, und sie ist auch im Modelljahr 2026 voll da. Der Unterschied zum technisch verwandten Volvo ES90 zeigt sich übrigens ganz oben: Bei Volvo ist aus philosophischen Gründen bei 180 Schluss. Der Polestar läuft 230. Wer will, kann hier die Kuh fliegen lassen.
Innenraum: Massage, echtes Leder und Bowers & Wilkins
Apropos Kuh: Dieses Auto hat Ledersitze – von besonders gehaltenen Tieren, wie Polestar betont. Nach all den veganen Kunststoffbezügen der letzten Jahre fand ich das erfrischend. Sitzt sich gut, riecht gut. Wer lieber Textil mag, bekommt einen schicken neuen Stoff aus nachhaltigen, recycelbaren Materialien.
Die Sitzposition passt, die Sitze sind elektrisch verstellbar, belüftet und in dieser Ausstattung mit Massagefunktion – bei 33 Grad Außentemperatur eine Wohltat. Einziger Kritikpunkt: Das Lenkrad käme mir gern noch einen Hauch weiter entgegen. Persönliche Meinung. Dazu gibt es die Bowers & Wilkins Anlage, für mich mit das Beste, was man im Auto an Sound bekommen kann – und beim Konfigurieren fast ein Pflicht-Häkchen. Das neue Infotainment mit dem schnelleren Prozessor reagiert zackig, Google Maps plant Ladestopps zuverlässig, und Ladestationen lassen sich nach Geschwindigkeit oder Anbieter filtern.
Verbrauch, Ladekurve – und ein teurer Außenspiegel
Jetzt zum Teil des Tages, der anders lief als geplant. Erstmal das Positive: Der Polestar 3 2026 ist beeindruckend effizient. Knapp über 16 kWh Durchschnittsverbrauch – mit Autobahn, sportlicher Fahrweise und über 30 Grad. Genau das machte es allerdings schwierig, den Akku für einen Ladetest leerzufahren.
Und dann musste ich lernen, dass dieses Auto 2,12 Meter breit ist. Diese Erkenntnis hat mich in einer Autobahnbaustelle bei der Begegnung mit einem ungarischen Reisebus einen Außenspiegel gekostet. Passiert selten, aber es passiert. Shit happens. Die Ladekurve konnte ich mir bei Kollegen trotzdem anschauen: 275 kW Peak bei über 50 Prozent Ladestand – das ist stark und zeigt, dass die 800-Volt-Technik nicht nur auf dem Papier liefert.
Versionen und Preise
Den Polestar 3 gibt es 2026 in drei Varianten: als Hecktriebler mit 92-kWh-Akku ab 78.900 Euro, als Allradler mit 106-kWh-Akku ab 87.900 Euro und als Performance-Version, wie ich sie gefahren bin, ab 106.900 Euro. Eine Menge Holz, keine Frage. Aber du bekommst dafür etwas, das selten geworden ist: ein Auto mit Individualität und Charakter, abgestimmt von Leuten, die sportliche Autos wirklich verstehen. Zur Einordnung: Bis Ende Mai wurden in Deutschland 158 Stück zugelassen – so viel wie manches Ferrari-Modell. Mainstream geht anders.
Mein Fazit zum Polestar 3 2026
Die Schweden haben den Polestar 3 2026 nachgeschärft und ist sich dabei treu geblieben. Design, Sportlichkeit und Nachhaltigkeit – der Markenkern ist in jedem Kilometer spürbar. Mit der 800-Volt-Technik ist der letzte große Kritikpunkt vom Tisch, und die Performance-Version ist für mich ein echter Polestar. Fast eine Wellnessoase auf vier Rädern – nur eben eine, die 230 läuft. Wie ist eure Meinung zum Polestar 3 2026? Schreibt es gern in die Kommentare unter dem Video.
Häufige Fragen zum Polestar 3 2026
Wie schnell lädt der Polestar 3 2026?
Der Polestar 3 2026 steht auf einer 800-Volt-Architektur und lädt mit bis zu 350 kW. Von 10 auf 80 Prozent dauert es 22 Minuten – acht Minuten weniger als beim Vorgänger. Im Test waren bei über 50 Prozent Ladestand noch 275 kW Peak zu sehen.
Was kostet der Polestar 3 2026?
Die Preise starten bei 78.900 Euro für den Hecktriebler mit 92-kWh-Akku. Der Allradler mit 106-kWh-Akku kostet ab 87.900 Euro, die Performance-Version mit adaptivem Fahrwerk und 680 PS ab 106.900 Euro.
Was ist neu am Polestar 3 im Modelljahr 2026?
Die wichtigste Neuerung ist der Wechsel von 400 auf 800 Volt. Dazu kommen ein neuer, stärkerer Heckmotor (Performance-Version jetzt 500 kW / 680 PS), ein von 111 auf 106 kWh verkleinerter Akku, der 70 Kilogramm Gewicht spart, sowie ein deutlich schnellerer NVIDIA-Chip im Zentralcomputer. Die Reichweite bleibt dank besserer Effizienz gleich.
Wie hoch ist der Verbrauch des Polestar 3 2026?
Im Test lag der Durchschnittsverbrauch bei knapp über 16 kWh pro 100 Kilometer – inklusive Autobahn, sportlicher Fahrweise und Außentemperaturen über 30 Grad. Für einen fünf Meter langen Allrad-SUV mit 680 PS ist das ein beeindruckender Wert.