Wer mehr als eine Gigawattstunden Strom pro Jahr verbraucht, kennt das Problem: Ein einziger Stichtag entscheidet über die Energiekosten der nächsten zwölf, vierundzwanzig oder sechsunddreißig Monate. Liegt dieser Tag günstig, ist alles gut. Liegt er ungünstig, erklärt man im nächsten Quartalsmeeting, warum die Energiekostenposition aus dem Ruder gelaufen ist.
Tranchenbeschaffung räumt diesen Stichtag ab. Statt das gesamte Volumen auf einen Schlag zu fixieren, kaufen Sie Ihren Strom in mehreren Teilmengen über einen definierten Zeitraum ein. Das Ergebnis: ein Mischpreis statt einer Wette.
Was Tranchenbeschaffung ist – und was nicht
Eine Tranche ist eine Teilmenge Ihres prognostizierten Jahresstrombedarfs, die Sie zu einem festgelegten Zeitpunkt zu den dann gültigen Marktkonditionen einkaufen und für die gewählte Lieferperiode preislich fixieren. Sie zerlegen Ihren Bedarf in beispielsweise vier, sechs oder zwölf Tranchen und beschaffen diese gestaffelt über mehrere Monate oder Quartale.
Was Tranchenbeschaffung nicht ist:
- Kein PPA. Sie binden sich nicht an eine konkrete Erzeugungsanlage und übernehmen kein Mengenrisiko aus einem bestimmten Wind- oder Solarpark.
- Kein Eigenhandel an der Börse. Sie spekulieren nicht, Sie hedgen Ihren realen Verbrauch.
- Kein Festpreisvertrag. Sie binden sich nicht an einen einzigen Stichtagspreis für die gesamte Laufzeit.
- Kein Spotmarktbezug. Sie sind den täglichen Preisschwankungen am Day-Ahead-Markt nicht ausgesetzt.
Tranchenbeschaffung ist ein strukturiertes Beschaffungsinstrument, das den Einkaufszeitpunkt vom Lieferzeitpunkt entkoppelt – und das Risiko über die Zeit verteilt.
Wie es konkret funktioniert
1. Bedarf prognostizieren. Auf Basis Ihrer historischen Lastgangdaten wird der Jahresbedarf für die geplante Lieferperiode ermittelt. Für eine saubere Tranchierung sind in der Regel zwölf Monate viertelstündliche Lastgangwerte sinnvoll.
2. Tranchenstruktur festlegen. Anzahl und Größe der Tranchen werden definiert – typischerweise zwischen vier und zwölf gleich großen oder strategisch gewichteten Teilmengen. Auch der Tranchenfahrplan wird vereinbart: feste Termine, Preiskorridore oder eine Kombination beider Logiken.
3. Tranchen abrufen. Über die Beschaffungsperiode hinweg werden die einzelnen Tranchen am Terminmarkt eingekauft und zum jeweils gültigen Marktpreis fixiert. Jede Tranche erhält ihren eigenen Preis für die gesamte Lieferperiode.
4. Liefern und abrechnen. In der Lieferperiode beziehen Sie Strom physikalisch wie gewohnt. Abgerechnet wird zum gewichteten Mischpreis aller Tranchen plus Netznutzung, Abgaben und Vertriebsmarge. Die Kostenposition ist damit über die gesamte Laufzeit kalkulierbar.
Für wen das sinnvoll ist
Tranchenbeschaffung lohnt sich ab einem Jahresverbrauch von etwa 6 Gigawattstunden aufwärts – also dort, wo eine Preisbewegung von wenigen Cent pro Kilowattstunde bereits fünfstellige Beträge in der GuV verschiebt. Typische Profile:
- Produzierende Mittelständler mit kontinuierlicher Last und kalkulationsrelevanten Stromkosten.
- Energieintensive Betriebe in Metallverarbeitung, Lebensmittelherstellung, Kunststoff, Druck oder Kühllogistik.
- Filialisten und Standortverbünde mit aggregierbarem Gesamtbedarf.
- Unternehmen mit Budgetverantwortung gegenüber Konzernzentrale oder Bank, die belastbare Energiekostenprognosen über mehrere Geschäftsjahre liefern müssen.
Wenn Ihre Beschaffung heute aus einem jährlichen Festpreisangebot besteht, das einmal pro Jahr unterschrieben wird, lassen Sie regelmäßig Risikoprämie auf dem Tisch liegen – oder kaufen zum Höchststand. Beides ist vermeidbar.
Was Sie konkret davon haben
Planbarkeit. Mit jeder fixierten Tranche steht ein Teil Ihrer Energiekosten für die Lieferperiode fest. Das macht Mehrjahresplanung und Kalkulation belastbar.
Risikostreuung. Sie verteilen das Beschaffungsrisiko über mehrere Stichtage. Ein einzelner Marktausschlag trifft nie Ihr gesamtes Volumen.
Strategische Flexibilität. Tranchenfahrpläne lassen sich an Ihre Risikotoleranz anpassen – konservativ und gleichmäßig, marktorientiert mit Preiskorridoren oder gemischt.
Unabhängigkeit vom Stichtag. Sie verhandeln nicht einmal jährlich unter Zeitdruck, sondern arbeiten mit einer mehrmonatigen Beschaffungsperspektive.
Transparente Preisbildung. Jede Tranche hat ihren dokumentierten Einkaufszeitpunkt und ihren fixierten Preis. Der Mischpreis ist nachvollziehbar – nicht das Ergebnis einer Black Box.
Was wir für Sie tun
Die 163 Grad GmbH & Co. KG ist Handelsvertretung der LichtBlick SE. Zusammen mit den Experten von LichtBlick analysieren wir Ihren Lastgang, entwickeln gemeinsam mit Ihnen eine passende Tranchenstruktur und begleiten Sie über die gesamte Beschaffungs- und Lieferperiode. Vertragspartner ist LichtBlick als bundesweit etablierter Energielieferant – die Konditionen verhandeln wir auf Basis Ihres tatsächlichen Verbrauchsprofils.
Kein Standardpaket. Kein Vertrieb auf Verdacht. Erst sehen wir uns Ihre Zahlen an, dann reden wir über Strukturen.
Erstgespräch vereinbaren
Wenn Sie wissen wollen, ob Tranchenbeschaffung für Ihr Unternehmen passt, brauchen wir für ein belastbares erstes Gespräch zwei Dinge: Ihren ungefähren Jahresverbrauch und einen aktuellen Lastgang, falls vorhanden. Den Rest klären wir im Termin.