Der DS No7 (offiziell DS N°7) ist ein elektrisches Premium-SUV auf Stellantis-Basis mit französischem Komfortanspruch. In der Long-Range-Version mit 97-kWh-Akku kommt er laut WLTP über 700 km weit. Mein Testwagen zeigte bei voller Batterie 704 km an. Geladen wird mit maximal 160 kW, die Preise starten bei 56.300 Euro.
Ich war auf Einladung von DS in den Weinbergen bei Frankfurt unterwegs. Als Norddeutscher kenne ich Äpfel, Kirschen und Rosen, aber Wein? Immerhin: Die Landschaft taugt hervorragend als Kulisse für ein Auto, das vor allem eines will, nämlich entspanntes Reisen. Hier mein ausführlicher DS No7 Test, vom Design über die Fahrt bis zur Ladekurve.
DS No7 Test im Video
Die wichtigsten Daten des DS No7 auf einen Blick
| Merkmal | DS No7 (Testwagen und Varianten) |
|---|---|
| Akku | 73 kWh (netto) oder 97,2 kWh (Long Range) |
| Reichweite (WLTP) | über 700 km mit dem großen Akku |
| Antrieb | Frontantrieb, mit dem großen Akku optional Allrad |
| Leistung (kleiner Akku) | 230 PS (169 kW), 0 auf 100 km/h in 7,7 Sekunden |
| Höchstgeschwindigkeit | 190 km/h |
| Ladeleistung (max.) | 160 kW, 400-Volt-Technik |
| Länge | 4,66 m |
| Kofferraum | 560 Liter, kein Frunk |
| Luftwiderstand | cW-Wert 0,26 |
| Anhängelast | 1,2 Tonnen, 80 kg Stützlast |
| Preis | ab 56.300 Euro |
Design: Schnittig, scharf gezeichnet und garantiert nicht der siebte weiße Tesla am Supercharger
DS ist seit 2014 eine eigene Marke und will die Kunst des Reisens wiederbeleben, mit dem Vorbild der legendären DS aus den späten 1960ern: gelbe Scheinwerfer, hydropneumatische Federung, Trompetenblinker. Der No7 übersetzt das in die Gegenwart. Mein Testwagen kam in der Farbe Seidengrün mit schwarzem Dach, 21-Zoll-Felgen und versenkbaren Türgriffen. Das dient nicht nur der Optik, sondern der Reichweite: Mit einem cW-Wert von 0,26 ist der No7 aerodynamisch richtig gut gemacht.
Optional gibt es einen beleuchteten Kühlergrill (Night Vision) und Matrixlicht. Damit fährst du nachts mit Fernlicht, ohne andere zu blenden. Ein Tipp aus meiner Sicht: Die Proportionen gefallen mir beim SUV besser als bei der Limousine DS 8, die ich schon testen durfte. Das ist Geschmackssache, aber auffallen wird dein No7 auf jeden Fall.
Die Ausstattungslinien heißen Pallas (Basis), Étoile (gehoben) und La Première (die First Edition). Étoile bedeutet übrigens Stern und bezieht sich auf den Platz rund um den Arc de Triomphe in Paris, von dem die Straßen sternförmig abgehen.
Innenraum: Handwerkskunst oberhalb der Gürtellinie, Hartplastik darunter
Alles, was im Sichtfeld liegt, ist toll gemacht: Nappaleder mit feinen Nähten, Metallapplikationen, ein Nackenwärmer wie im Cabrio, Sitze mit Heizung, Belüftung und Massage (Katzenpfoten inklusive), dazu eine Focal-Soundanlage mit gutem Klang. Mein Testwagen hatte Holzapplikationen, die La-Première-Version dunkles, aubergine-farbenes Leder mit Perlnähten und gebürstetes Aluminium.
Unterhalb der Gürtellinie kommt dann der Stellantis-Konzern durch: Dort steckt einfaches Hartplastik. Das ist keine Katastrophe, aber bei den Preisen darf man es erwähnen.
Weitere Kritikpunkte aus meinem Test:
- Der markante Steg in der Mittelkonsole fällt auf, bringt aber wenig Nutzen. Es passt nur ein Handy in die Ladeschale, der Beifahrer geht leer aus.
- Die Lenkradtasten in Klavierlack-Optik bedienen sich schlechter als echte Tasten.
- Die Getränkehalter sind fummelig.
Hinten sitzt du dagegen bequem: Die Sitze haben Aussparungen für die Knie, das Glasdach dämmt Wärme, und die Scheiben sind rundum geräuschdämmend. Etwas mehr Oberschenkelauflage wäre schön, aber bei 4,66 m Länge ist das Jammern auf hohem Niveau. Der Kofferraum fasst 560 Liter, die Rückbank ist dreigeteilt umklappbar. Der Querbalken im Kofferraumboden ist der Subwoofer der Focal-Anlage.
Fahrbericht: Komfortabel, ruhig und erstaunlich direkt
Der No7 fährt sich komfortabel, aber nicht schwammig. Die Lenkung ist relativ direkt, die Federung eher dezent als französisch-soft. Optional gibt es eine kamerabasierte Federung, die Schlaglöcher und Bodenwellen vorausschauend erkennt und das Fahrwerk vorspannt. Ehrlicherweise: Das Fahrgefühl der alten DS mit hydropneumatischer Federung erreicht er nicht. Gute Wettbewerber mit Luftfederung oder gut abgestimmter Stahlfederung können das auch.
Auf der Autobahn war er bei 190 km/h erstaunlich leise. Der Travel Assist wechselt auf Wunsch sogar selbstständig die Spur, wenn du blinkst, du musst aber die Hände am Lenkrad lassen. Die Rekuperation stellst du über Lenkrad-Paddles in drei Stufen ein, per Taste gibt es One-Pedal-Drive. Fahrmodi: sportlich, komfortabel, sparsam. Ich bin im Komfortmodus gefahren, und das passt auch am besten.
Zu den Fahrleistungen: Die Frontantriebsversion mit dem kleinen Akku schafft 0 auf 100 km/h in 7,7 Sekunden, die Allradversion in gut vier Sekunden. Brauchst du das? Ich finde: nein. Beschleunigung und PS-Zahl sind bei Elektroautos überbewertet. Reichweite und Anhängelast sagen mehr über den Alltag aus.
Reichweite und Laden: Hamburg nach München mit einem Ladestopp
Bei 100 Prozent Ladestand zeigte der Wagen 700 km an, beim Losfahren waren es 704. Das ist die WLTP-Reichweite. Auf der Autobahn sind weit über 400 km realistisch. Damit schaffst du die Strecke Hamburg–München mit einem Ladestopp, und die Pause brauchst du auf dieser Tour vermutlich ohnehin.
Der Haken sitzt bei der Ladeleistung. Die Medium-Plattform von Stellantis (STLA Medium), auf der auch Opel- und Peugeot-Modelle stehen, arbeitet mit 400 Volt. Trotz des großen 97-kWh-Akkus ist die Ladeleistung auf 160 kW gedeckelt. Die Ladekurve verläuft dafür lange stabil, nämlich von 20 bis über 50 Prozent wie ein Tafelberg. DS gibt eine Ladezeit von unter 30 Minuten von 20 auf 80 Prozent an. Realistisch solltest du für den Weg von 10 auf 80 Prozent mehr als eine halbe Stunde einplanen. In Zeiten von 800-Volt-Fahrzeugen ist das nicht mehr der Maßstab.
DS No7 Preis: Was kostet das Elektro-SUV?
| Variante | Preis |
|---|---|
| Pallas, kleiner Akku, Frontantrieb (Einstieg) | 56.300 Euro |
| Pallas, großer Akku, Frontantrieb | 61.700 Euro |
| Pallas, großer Akku, Allrad | 69.100 Euro |
| Voll ausgestattet: La Première, großer Akku, Allrad | 78.450 Euro |
| Mein Testwagen (Frontantrieb, gehobene Ausstattung) | 71.250 Euro |
Preise laut Hersteller zum Zeitpunkt meines Tests. Aktuelle Preise bitte beim DS-Händler prüfen.
Interessant ist die Zielgruppe: Über 60 Prozent der DS-Kunden sind Privatleute. Sie kaufen das Auto nicht als Dienstwagen, sondern ganz bewusst für sich selbst, wegen Design, Handwerkskunst und Technik. Nicht, damit der Nachbar neidisch wird, sondern weil sie sich etwas gönnen wollen.
Mein Fazit zum DS No7
Der DS No7 ist ein elegantes, ruhiges und komfortables Reiseauto mit viel Reichweite, einem besonderen Innenraum und einem Design, das aus der Masse heraussticht. Die Schwächen sind das Hartplastik im unteren Bereich, die Bedienung per Klavierlack-Tasten und die auf 160 kW begrenzte Ladeleistung. Wenn du etwas Besonderes suchst und nicht zum x-ten Mal am Schnelllader neben identischen Autos stehen willst, solltest du ihn dir ansehen.
Häufige Fragen zum DS No7
Wie weit kommt der DS No7 mit einer Akkuladung?
Die Long-Range-Version mit 97-kWh-Akku schafft laut WLTP über 700 km. Mein Testwagen zeigte bei vollem Akku 704 km an. Auf der Autobahn sind weit über 400 km realistisch.
Was kostet der DS No7?
Die Preise starten bei 56.300 Euro für die Pallas-Version mit kleinem Akku und Frontantrieb. Mit großem Akku sind es 61.700 Euro, mit Allrad 69.100 Euro. Die Topversion La Première mit Allrad und großem Akku liegt bei 78.450 Euro.
Wie schnell lädt der DS No7?
Die maximale Ladeleistung beträgt 160 kW. DS gibt unter 30 Minuten für 20 auf 80 Prozent an. Realistisch sind mit dem großen Akku von 10 auf 80 Prozent mehr als 30 Minuten.
Welche Akkugrößen und Antriebe gibt es beim DS No7?
Es gibt einen 73-kWh-Akku mit Frontantrieb (230 PS) und einen 97,2-kWh-Akku, den du mit Front- oder Allradantrieb bekommst.
Wie viel Kofferraum hat der DS No7?
Der Kofferraum fasst 560 Liter. Einen Frunk gibt es nicht. Die Rückbank ist dreigeteilt umklappbar.
Kann der DS No7 einen Anhänger ziehen?
Ja, optional mit Anhängerkupplung. Die Anhängelast beträgt 1,2 Tonnen bei 80 kg Stützlast.
Auf welcher Plattform basiert der DS No7?
Auf der STLA-Medium-Plattform von Stellantis, die auch unter Opel- und Peugeot-Modellen steckt. Der No7 ist aber ein eigenständiges Fahrzeug mit eigener Abstimmung.
Wenn Ihr Unternehmen Strom und Gas einkauft: Das lohnt sich mehr als jedes Auto-Upgrade
Neben den Autotests begleite ich seit über 12 Jahren Unternehmen beim Einkauf von Strom und Gas, branchenübergreifend und deutschlandweit. Wenn Sie in Ihrer Firma die Energieverträge verantworten, finden Sie im kostenlosen Leitfaden „Energiekosten im Griff“ 5 Stellschrauben für planbarere Energiekosten, inklusive 5-Fragen-Energiecheck. Mehr zum Thema lesen Sie auf der Seite Stromeinkauf für Unternehmen.