Erste Fahrt im BMW i4 M50 – was kann er besser als mein Tesla Model 3 Performance und was nicht?

nach i3 kommt i4

bmw i4 m50 test | foto: 163 grad
bmw i4 m50 test | foto: 163 grad

Unterwegs im BMW i4 M50

Für einen Tag hatte ich den neuen BMW i4 in der Version i4 M50 zur Verfügung. Vielen Dank an das Autohaus B&K in Hamburg für den Testwagen. Was die technischen Daten angeht, ist der i4 in der Version M50 recht vergleichbar mit meinem Tesla Model 3 Performance. Wie er sich in der Praxis so schlägt und wo die Unterschiede zum Tesla sind, zeigt unser neues Video zum BMW i4 M50.

Nach i3 kommt i4

Mit dem BMW i3 haben die Münchner Autobauer 2013 vorgelegt. Der i3 war seiner Zeit deutlich voraus und und ist bis heute – nach einigen Updates – ein absolut zeitgemäßes Elektroauto für das urbane Umfeld. Demnächst wird er ja leider eingestellt und nicht mehr produziert. Allerdings war der i3 in der Produktion und Entwicklung wohl auch recht teuer, weshalb sich BMW mit der Entwicklung weiterer vollelektrischer Autos sehr schwer tat. Den BMW i4 hätten wir im Grunde schon vor Jahren erwartet – spätestens 2019 als Alternative zum Tesla Model 3.

Zwischenschritte wie der elektrifizierte BMX iX3 machten neugierig. Jetzt endlich haben die Münchner die Kurve gekriegt und kommen mit dem BMW iX, den wir ja schon im Test hatten, und dem i4 mit 2 vollelektrischen Modellen, die sich sehen lassen können.

Technologie-offene Platform

Der I4 basiert auf einer Plattform, die sich für verschiedene Antriebsarten eignet. Verbrennungsmotoren sind genau so möglich wie ein Plug-In Hybrid und die vollelektrische Version. Das Konzept mag unter Elektroauto Puristen nicht sehr beliebt sein bietet aber deutliche Vorteile bei der Produktion. Und es gibt immer wieder Beispiele von anderen Herstellern, die das genau so machen und grossen Erfolg damit haben. Dazu zählt z.B. auch die CMA Plattform von Volvo, auf der nicht nur der XC40 Recharge steht sondern auch der Polestar 2.

Eine konsequente Elektroauto Plattform ermöglicht dagegen eine optimierte Raumaufteilung. Wer schon einmal im Tesla Model 3 oder VW iD.4 gesessen hat, wird die grosszügigen Platzverhältnisse zu schätzen wissen. Die Proportionen des i4 lassen noch Platz für aufgeladene 6-Zylinder Motoren mit 10 Gang DSG Getrieben. Da geht es im Innenraum natürlich enger zu.

Elektromotor der 5. Generation

BMW fährt seit Jahren in der Formel E mit. Anfangs noch mit einem modifizierten BMW i3 Motor profitierten auch die Serienmodelle mittlerweile stark von den Erfolgen im elektrischen Motorsport. Im i4 steckt – genau wie im iX – ein Elektromotor der 5. Generation. Beeindruckend an diesem Motor ist das spontane Ansprechverhalten – der Punch – in Verbindung mit der Effizienz, also dem geringen Verbrauch.

Punch im Sport Boost Mode

Nach dem Start steht der i4 auf “Comfort” und ermöglicht so entspanntes elektrisches Fahren mit absolut souveränen Leistungsreserve. Ein Druck auf den Fahrerlebnisschalter in der Mittelkonsole ermöglicht den Sport BOOST Modus – quasi ein Sprung in eine andere Dimension. Die Lenkung wird direkter, das Fahrwerk agiler und 544 PS zerren nun an den beiden Antriebsachsen. Obwohl die Beschleunigungswerte denen meines Tesla Model 3 entsprechen, fühlt sich der Vortrieb im i4 noch etwas brutaler an. Absolut gesehen ist er trotz mehr PS nicht wirklich schneller, da er auch über 200 kg schwerer ist.

Der Verbrauch geht in Ordnung

Mein Durchschnittsverbrauch lag bei rund 24 kWh / 100 km. Der Testwagen hatte auf 1.300 km einen Verbrauch von 27 kWh/ 100 km – wohlgemerkt im Winter und bei wechselnden Fahrer. Da ist sicher noch Luft nach unten. Für mich geht der Verbrauch in Ordnung. Aufgrund der Karosserie-Form und des höheren Gewichts sind Verbrauchswunder hier nicht zu erwarten. Das Tesla Model 3 ist da etwas sparsamer. Seit 3.000 km habe ich rund 20 kWh / 100 km Verbrauch auf dem Display.

Sparsamer i4 edrive 40

Den i4 gibt es in 2 Versionen: Als M50 – so wie mein Testwagen – und als edrive 40 mit Heckantrieb. Die Fahrleistungen sind mit 340 PS in der Praxis mehr als ausreichend. Vorteil ist hier der sparsamere Verbrauch bei gleich grossem Akku (80 kWh netto). Damit sind hier fast 70 km mehr Reichweite möglich (590 statt 512 km). Mehrleistung und Ausstattung des M50 (z.B. die breitere Mischbereifung) gehen also zu Lasten der Reichweite. Die Frage ist, wer am Ende auf einer Langstrecke wirklich schneller ist.

Technische Daten BMW i4 M50

(Herstellerangaben BMW i4 M50 Stand Feb.22)

  • 4,78 m lang / 1,82 breit ohne Spiegel / 1,45 flach
  • Dual Motor mit 400 kW / 544 PS (im Sport Boost Mode)
  • 795 Nm Drehmoment
  • 83,9 kWh Batterie / 80 kWh netto
  • Ladeleistung DC max 205 kW Ladeleistung AC max 11 kW
  • 3,9 Sek von 0 auf 100 km/h
  • 225 Vmax
  • 470 l – 1.290 l
  • AHK optional für 750 kg ungebremst 1.600 kg gebremst
  • Preisempfehlung 70.800 € vor Förderung

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Über Oliver Krüger 286 Artikel
Ihr Berater zum Thema Elektromobilität und saubere Energie