Kia EV6 – Das fast perfekte Elektroauto an dem ich genau 2 Dinge vermisse…

800 Volt Technik

Kia EV6 im Test | Foto: 163 Grad
Kia EV6 im Test | Foto: 163 Grad

Der Kia EV6 punktet mit 800V Technik und hoher Ladeleistung. Grund genug für einen Test von 163 Grad.

Der Kia EV6 gehört aktuell zu den Elektroautos, die in der E-Auto Community stark nachgefragt werden. Grund dafür die Kombination neben der Reichweite, Ausstattung und dem Design vor allem die 800 Volt Technik mit bis zu 240 kW Ladeleistung DC. So sollen Ladestopps von 10 auf 80 Prozent Akkustand in rund 18 Minuten erledigt sein.

Doch im Netz mehren sich Erfahrungsberichte von EV6-Fahrern, die speziell im Winter über geringe Ladeleistungen klagen. Ich konnte den EV6 für eine Woche fahren und es ausprobieren – bei Hamburger Wetter mit ca. 6 Grad Celsius Aussentemperatur

Polarisierendes Design

Bevor es losgeht werfen wir einen Blick auf das Design des Kia. Das polarisiert und macht den Wagen – zumindest in meiner Wahrnehmung – schlanker als er ist. Mit fast 4,70m Länge, rund 1,90m Breite und einem Leergewicht von etwas mehr als 2 Tonnen ist das Teil schon ein Ansage. Trotzdem kommt er zumindest von vorne recht grazil daher.

Das sieht allerdings am Heck ganz anders aus. Die Meinungen dazu gehen stark auseinander. Von Design-Ikone bis Heckaufprall sind alle Assoziationen erlaubt und verständlich. Bei aller Kritik am Design – das Heck bringt die ausgeklügelte Aerodynamik des Autos zu Ende. Ein geringer Windwiderstand sorgt für mehr Effizienz und Reichweite – super wichtig speziell bei Elektroautos.

Polarisierendes Design am Heck | Foto: 163 Grad
Polarisierendes Design am Heck | Foto: 163 Grad

Fahrerorientiertes Cockpit

Das aufregende Design zieht sich bis in den Innenraum hinein, wo mich erst einmal ein fahrerorientiertes Cockpit erwartet. Die Sitzposition ist gut, alle Schalter sind gut zu erreichen, die beiden Displays vor mir klar ablesbar. Zusätzlich hat mein Testwagen auch noch ein Head Up Display.

Glücklicherweise hat sich Kia entschieden, die gängigsten Funktionen wie z.B. die Klimasteuerung als Tasten auszuführen. Die Bedienung gibt also keine grossen Rätsel auf und ähnelt in Ihrer Logik und Funktionalität auch anderen KIA Modellen. Neu sind aber die beiden Displays, von denen das rechte sogar ein Touch-Display ist. Links gibt es alle fahrrelevanten Infos wie Geschwindigkeit, Akkustand, Reichweite etc zu sehen. Auf dem rechten Display geht es um Navigation, Konnektivität, Apps und Einstellungen. Der Kia kann auch Apple CarPlay, allerdings nicht drahtlos.

Durch die Auslegung als reines Elektroauto auf der E-GMP Plattform und dem damit möglichen Radstand von 2,9 m bietet der EV6 innen richtig Platz. Auf der Rückbank sitzt es sich bequem mit ausreichend Beinfreiheit. Trotz Coupé Heck ist die Kopffreiheit ok. Als Kofferraum ließt man Zahlen von 380 l (ADAC Website) bis 520 l (CarWow). Bei umgeklappter Rückbank sind über 1.300 l möglich. Vorne ist noch ein Frunk mit 52 l Volumen. Wer eine Allradvariante des EV6 ordert bekommt nur ein Frunk-Fach mit nur 20 l Platz. Den Platz darunter beansprucht der zusätzliche E-Motor auf der Vorderachse.

Allrad oder Heckantrieb ?

Den EV 6 gibt es in einer Einsteiger-Version mit 58 kWh Akku und Heckantrieb. Beliebter ist aber die Version mit 77,4 kWh Akku, die natürlich gleich mehr Reichweite ermöglicht. Hier ist auch die Allrad-Variante bestellbar. Im Herbst kommt noch eine sportliche GT Variante dazu – mit Fahrleistungen eines Tesla Model 3 Performance.

Unter E-Auto Fahrern gilt immer: Effizienz schlägt Geschwindigkeit. Vor dem Hintergrund ist die Variante mit grossem Akku und sparsamem Heckantrieb die interessanteste. Die Kombi wird 528 km WLTP Reichweite belohnt. Und so ist auch mein Testwagen ausgestattet

Coldgate und Ladeplanung

Nach so viel Theorie gehts dann auf die Testrunde mit dem EV 6. Der liegt angenehm auf der Strasse, sportlich straff und trotzdem komfortabel. Die Fahrleistung sind mit 7,5 sek von 0 auf 100 und einer Spitze von 185 km/h absolut ausreichend. Weitere Eindrücke der Testfahrt seht Ihr im Video. Zusätzlich habe ich nochmal eine Verbrauchsfahrt durch Hamburg gemacht – mit anschließendem Ladestop.

Kia EV 6 Design | Foto: 163 Grad
Kia EV 6 Design | Foto: 163 Grad

Diese 2 Dinge fehlen mir…

Und da kommen wir bei allem Lob für den wirklich gelungenen Kia EV6 dann zu den beiden Dingen, die mir an dem Auto noch fehlen. Zunächst die Ladeplanung auf längeren Strecken. Der EV6 kennt zwar die Ladesäulen und zeigt diese auch an. Er hilft mir aber nicht wirklich bei der Bewältigung von längeren Touren sondern zeigt dann nur die Ladesäulen an, die sich in meiner Umgebung oder der des Zieles befinden. Aus meiner Erfahrung mit dem Aufladen unterwegs möchte ich gerne vor der Fahrt wissen, wo ich aufladen soll und wie lange das ungefähr dauern wird. Dafür soll es aber später noch ein Update geben.

Und der zweite Punkt ist die ungenügende oder fehlende Akkuvorwärmung. Der Akku wird während der Fahrt gut gekühlt. So fährst Du speziell im Winter häufig mit kaltem Akku an die Ladesäule und bekommst statt 200 kW und mehr dann nur 40 oder 50 kW. Dann dauert der Ladestop statt 18 Minuten plötzlich 45. So hat das auch mein Freund Ove Kröger von T&T Emobility auf seiner Fahrt nach Frankfurt erlebt. Auch das hat Kia erkannt und überlegt hier, nachzubessern.

Technische Daten Kia EV6 Testwagen

  • 77,4 kWh Akku, Heckantrieb
  • 229 PS ( 168 kW)
  • 350 Nm Drehmoment
  • 7,3 sek 0-100 km/h
  • Vmax 185 km/h
  • GT Line Grundpreis 54.900 €
  • Snow White Perleffekt (900€)
  • Assist+ Paket (1.790 €)
  • Sound Paket (900€)
  • Wärmepumpe (1.000€)
  • Testwagenpreis 59.600 € vor Förderung

Das sagen Kunden über 163 Grad

Über Oliver Krüger 294 Artikel
Ihr Berater zum Thema Elektromobilität und saubere Energie