14 Tage mit dem VW ID.3 Pro S Facelift (2023)

Der ist richtig erwachsen geworden

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2 Wochen Alltag mit dem vollelektrischen VW ID.3 Faclift (2023) | Foto: Volkswagen AG

VW statt Fisker – Im Oktober hatte ich die Gelegenheit, meine alltägliche Mobilität mit einem VW ID.3 Pro S zu erleben. Als Testwagen stand ein modellgepflegter ID.3 in der Variante Pro S (4-Sitzer) mit 150 kW / 204 PS und 77 kWh Akku zur Verfügung. Im neuesten Video habe ich für Euch meine Eindrücke aus den 2 Wochen ID.3 im Alltag zusammengefasst.

Das ist neu am VW ID.3 (2023)

Mit der Modellpflege aus dem Sommer 2023 hat Volkswagen auf die anfängliche Kritik am ID.3 reagiert und an vielen Stellen nachgebessert. Äusserlich ist des Facelift vor allem an der glatten Fronthaube zu erkennen. Der Kunststoffbuckel (von einigen als „Tränensack“ bezeichnet) ist endlich weg. Man kann sich im Nachhinein fragen, wofür er eigentlich gut war und wer die Entscheidung getroffen hat, ihn dort zu platzieren. Dazu stimmt endlich die Materialanmutung und Verarbeitung im Innenraum, die wohl der grösste Kritikpunkt seit der Präsentation auf der IAA in 2019 war.

Geblieben ist beim ID.3 das Antriebskonzept mit dem Heckantrieb, das ID Licht unter der Frontscheibe, das irgendwie ein Eigenlieben zu führen scheint, viel Klavierlack-Optik und der so häufig kritisierte Slider für Temperatur und Lautstärke unterhalb des Zentralbildschirms.

2023 VW ID.3 14-Tage Alltagstest: Reichweite, Verbrauch & Elektromobilität im Fokus

Software 3.5

Lobend hervorheben muss ich – besonders nach 2 Wochen Alltag – das „erwachsene“ Fahrgefühl des ID.3. Das ist mittlerweile ein absolut ausgereiftes Auto geworden, das mich im Alltag problemlos und unaufgeregt begleitet hat. Mit der neuen Software 3.5 ist nun endlich auch eine Ladeplanung eingezogen, die sogar freigegebene Tesla Supercharger Stationen in die Routenplanung integriert.

Das Fahrgefühl im Elektro-VW ist zügig aber eher entspannt. Mit 7,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h fehlt dem 3er der typische Elektro-Punch, der im Alltag aber ohnehin kaum eine Rolle spielt. Dazu ist die Höchstgeschwindigkeit bei 160 km/h limitiert – ebenfalls völlig ausreichend in der Praxis.

Voll reisetauglich

Der 77 kWh Akku im Pro S ermöglicht reisetaugliche Reichweiten von 350 – mehr als 400 km. Am DC Schnelllader konnte ich in 10 Minuten über 100 km Reichweite dazugewinnen. Die üblichen 30 Minuten bis 80% SOC sind ebenfalls möglich.

Der ID.3 hat für mich einen „runden“ Eindruck gemacht. Die Ergo-Comfort-Sitze waren sehr gut, die Sitzposition und der Zugriff auf die Bedienelemente haben gepasst.

Über den Preis müssen wir sprechen

Worüber wir allerdings sprechen müssen, ist der Preis. Los gehts im ID.3 Konfigurator bei 39.995 Euro für ein „nacktes“ 58 kWh Modell. Mein Testwagen in Dark Olivine Green Metallic kam mit allen Extras auf stolze 59.745 Euro! Vor dem Hintergrund der Modelle aus Fernost von BYD oder MG ist das ganz sicher ein Thema, über das wir sprechen müssen.

Über Oliver Krüger 328 Artikel
Ihr Berater zum Thema Elektromobilität und saubere Energie