Mit Dirk Kunde unterwegs im London Elektro-Taxi LEVC TX 5 Vista

LEVC TX London Taxi - unterwegs mit Dirk Kunde vom Kanal Drehmoment

Hallo Taxi ! Unterwegs im neuen Elektro-Taxi LEVC TX 5 aus London zusammen mit Dirk Kunde vom Kanal Drehmoment. Und wir sprechen über die IAA 2021 in München.

An einem verregneten Sonnabend Vormittag war ich unterwegs mit Dirk Kunde im LEVC TX 5 Vista – dem neuen vollelektrischen London Taxi. Dirk ist Journalist, schreibt z.B. für Golem, für Die Zeit und betreibt den Blog und YouTube Kanal Drehmoment. Natürlich war Dirk auch auf der IAA in München und wir sprechen über seine Eindrücke und den aktuellen Stand der Elektromobilität.

LEVC TX 5 Vista – vollelektrisch durch Hamburg

Für unser Gespräch hat Dirk stilecht den LEVC TX 5Vista dabei, den er gerade testet. Die Abkürzung LEVC steht für London Electric Vehicle Company. Dahinter steckt der chinesische Geely Konzern, zu dem auch z.B. Volvo und Polestar gehören. Die Displays und Bedienelemente des TX 5 erinnern auch daran.

Und damit wir uns in Ruhe unterhalten können, hat sich Dirks Ehefrau Daniela bereit erklärt, uns zu fahren. So konnten wir beide uns im Fond ganz in Ruhe auf unser Gespräch über Elektromobilität und auf unseren Eindruck zum London Taxi konzentrieren. Platz genug hatten wir ja, denn der TX 5 Vista ist für 6 Passagiere konzipiert.

Wenden vor dem Savoy Hotel

Etwas schrullig sind die Engländer ja. Und deshalb haben sie für die Taxen in London auch einen ganz klaren Anforderungskatalog, den es so wohl nur in London geben kann. So ist z.B. ein Wendekreis von maximal 8,53m vorgeschrieben. Der Grund dafür ist die enge Zufahrt zum Savoy Hotel in London, in dem auch schon die Nachspeise „Pfirsich Melba“ erfunden wurde. Übrigens ist die kleine Zufahrt zum Savoy auch die einzige Strasse in England mit Rechtsverkehr !

Und der TX 5 Vista hat noch mehr zu bieten. Auf einer Fläche von 4,85 m Länge, 1,95 Breite und 1,88 Höhe kommen 6 Passagiere, und das Gepäck unter. Der Zugang erfolgt bequem über breite, hinten angeschlagene Türen, die im 90 Grad Winkel öffnen. Jeder TX 5 Vista hat im Unterboden auch eine Rampe für einen Rollstuhl, die sich aber auch in eine Treppe zum bequemen Einsteigen wandeln lässt. Das Gepäck bleibt vorne neben dem Fahrer. Dafür fehlt der Beifahrersitz – ähnlich wie bei MOIA.

Die Sitze hinten sind definitiv für eine Kurzstrecke ausgelegt. Sie sind zweckmäßig aber nicht wirklich bequem. Alles ist ergonomisch gut gemacht, gut sichtbar beschriftet (auch in Braille) und farblich hervorgehoben. Der Fahrer – oder in unserem Fall die Fahrerin – sitzt hinter einer Trennscheibe. über eine Gegensprechanlage erfolgt die Kommunikation.

Sorry Sir – no cupholder !

Die LEVC Entwickler haben an alles gedacht, was ein Taxi in London so nützlich macht: Viel Platz für Passagiere und Gepäck, WLAN, bequemer Ein- und Ausstieg, behindertengerechte Ausstattung und flotte Fahrleistungen. Nur eines fehlt: Getränkehalter für die Passagiere. Das wird wohl Absicht sein, damit hinten nicht so gekleckert wird 😉

Der Fahrkomfort im LEVC TX 5 Vista ist überraschend gut. Die Sitze sind wie schon gesagt etwas hart, die Federung aber weich genug. Wir sassen auf der hinteren Sitzbank – sozusagen direkt auf der Hinterachse – und konnten durch das ganze Auto durchblicken. Eine beindruckende Perspektive.

Elektroantrieb mit Range Extender

Der LEVC TX 5 ist grundsätzlich ein elektrisch angetriebenes Auto. Der 31 kWh Akku (24 kWh netto) ermöglicht bis zu 80 Meilen (128 km) Reichweite in der Stadt. Aufgeladen wird über CCS oder CHAdeMO mit max 50 kW DC. Ja, richtig gelesen: Das London Taxi hat beide Stecker, CCS UND CHAdeMO an Board. In 25 Minuten ist der Akku dann zu 80% aufgeladen.

Wenn das nicht möglich ist, springt der Range Extender an. Das ist ein kleiner 3-Zylinder Benziner, der auch bei Volvo verbaut wird. Er produziert hier aber nur Strom und treibt nicht die Räder an. Der Tank für diesen Motor fasst 36 Liter. Mit Akku und Tank sind über 500 elektrische Kilometer möglich.

Ab 75.000 Euro zu haben

Das London Taxi ist ein reines Werkzeug für den Kurzstrecken-Transport von Personen in der Stadt. Und dafür ist es ideal. Es wird als Shuttle für Hotels, bei CleverShuttle oder ähnliche Aufgaben eingesetzt. Und natürlich gibt es auch Privatleute, die sich in das schrullige Teil einfach verliebt haben. Bei einem Preis von rund 75.000 Euro muss dann aber echte Liebe sein.

Über Oliver Krüger 254 Artikel
Ihr Berater zum Thema Elektromobilität und saubere Energie