BMW iX xDrive40 im Test – Richtig gut mit Luft nach oben für iX xDrive50 und iX M60

Gross und doch effizient

bmw ix xdrive40 test | Foto: 136 Grad
bmw ix xdrive40 test | Foto: 136 Grad

Wir testen den BMW iX xDrive 40, den vollelektrischen SUV mit 76 kWh Akku, 240 kW / 326 PS Leistung und einer WLTP Reichweite von über 400 km

Mit dem BMX iX xDrive kommt endlich wieder ein konsequentes Elektroauto aus München. 2013 kam der BMW i3 auf den Markt und war seiner Zeit deutlich voraus. Danach war für längere Zeit Funkstille. Bis auf den BMW iX3, der eher ein Umbau als eine Neuentwicklung ist, gab es lange Zeit keine Alternative zu Tesla & Co aus dem Hause BMW – und das, obwohl das Tesla Model 3 gerade zu den meistverkauften Autos in Deutschland gehört.

Um so auffälliger kommen die Bayern daher und stellen mit dem iX ein fast 5m langes und 2,4 Tonnen schweres SUV vor, mit dem E-Antrieb der fünften Generation und Batteriegrössen von bis zu 111 kW/h, die für Reichweiten von bis zu 631 km sorgen sollen. Grund genug für mich, mir den BMW iX xDrive40 einmal näher anzuschauen.

Effizienter Elektroantrieb der 5. Generation

Der iX ist ganz sicher ein Auto, dass man sich in Natura angeschaut haben muss, um sich ein Urteil zu bilden. Auf einigen Fotos wirkt er sehr gross und aus manchen Perspektiven auch etwas plump. In Natura steht er deutlich eleganter und aufregender da. Das Design mit verdeckten Türgriffen, scharfen LED Leuchten und dem Aerodynamik-Konzept dient vor allem der Effizienz. Am Ende steht ein cW Wert von 0,25.

Dazu kommt die Konstruktion , die eine Mischung als Aluminum-Cage und Carbon-Struktur ist. Das spart Gewicht und sorgt für Stabilität. Der erste i3 war ja noch eine vollständige Carbon-Konstruktion. Der Mix mit Alu macht diese Technik jetzt wirtschaftlicher.

Zusammen mit dem Elektromotor der 5. Generation ergibt die Kombi ein erstaunlich agiles und effizientes Elektro-SUV, dass trotz seiner massiven Optik und den 2,4 t Leergewicht in der Praxis mit rund 22 kWh/100 km bewegt werden kann – auf der Landstrasse sogar weniger. Vergleichbare SUVs wie der Audi eTron oder der Mercedes EQC brauchen da mehr.

Von der Rennstrecke auf die Strasse

Hier zahlt sich der Einsatz von BMW in der Formel e aus. Von der Rennstrecke auf die Strasse sozusagen. Das galt früher ja auch mal für die Verbrenner. Grosse Technologiesprünge sind dort aber nicht möglich – anders als in der Elektromobilität.

Auch beim Aufladen ist der BMW iX aktuell. 11 kW Ladeleistung an der Wallbox zuhause sind maximal möglich. Unterwegs kann Gleichstrom mit 150 kW Leistung geladen werden, beim iX xDrive50 sogar bis zu 200 kW. Entscheidender als die Spitzenleistung ist die Ladekurve – also die Frage, wie lange der BMW die Leistung in welcher Höhe hält. Das konnte ich leider nicht ausprobieren, da mein Testwagen für den Nachmittag fast voll aufgeladen war.

Musik von Hans Zimmer

Elektroautos müssen seit Juli 2021 Geräusche machen, damit sie bei langsamer Fahrt zu hören sind. Das System heißt AVAS und schreibt Lautstärken und Frequenzen bei bestimmten Geschwindigkeiten vor. Einige Hersteller gehen darüber hinaus und ermöglichen auch für Elektroauto-Fahrer ein Sounderlebnis. Doch wie sollte ein Elektroauto klingen? So ähnlich wie ein Verbrenner oder doch eher futuristisch wie ein Raumschiff?

Um die Frage zu beantworten, geht jeder Hersteller einen anderen Weg. BMW hat dafür Hans Zimmer beauftragt – einen der bekanntesten Komponisten von Hollywood-Filmmusik unserer Zeit. Die von Hans Zimmer entworfenen BMW Iconic Sounds können sich hören lassen. Allerdings ist mir der Sound noch etwas zu hoch und es fehlt doch etwas Gänsehaut Feeling. Vielleicht hätte Hans vorher mal bei Audi reinhören sollen.

Anhängerkupplung mit 2,5 t Zuglast

Eines der besonderen Merkmale des BMW iX xDrive ist der Platz im Innenraum. Die konsequente Auslegung auf den Elektroantrieb ermöglicht im iX einen Radstand von genau 3 Metern – und damit viel Platz im Innenraum. Die Sitzposition vorne bietet viel Abstand zur Frontscheibe und Armaturenbrett. Die beiden Front-Displays scheinen im Raum zu schweben. Dazu kommt der ebene Fussraum ohne Getriebetunnel. Alles ist luftig leicht, entspannt und bequem.

Auf den Rücksitzen geht es genau so weiter mit viel Kopf- und Beinfreiheit. 5 Personen finden in dem Auto super entspannt Platz. Der Kofferraum ist mit rund 500 Litern ok – bei umgeklappten Sitzen sind bis zu 1.750 l maximal möglich.

Und als Besonderheit gibt es auch eine elektrisch anklappbare Anhängerkupplung mit 2,5 t Zuglast (gebremst) und 100 kg Stützlast. Eine so üppig dimensionierte Anhängerkupplung ist bei Elektroautos eher selten zu finden.

Ein besonderer Dank geht an das Autohaus B&K in Hamburg Harburg für den Nachmittag mit dem BMW iX 40. B&K hat auch einen YouTube Kanal, auf dem neue BMWs vorgestellt werden. Auf dem Kanal seht Ihr auch ein Video mit einer Langstrecken Erfahrung auf der Route Hamburg – München.

Mehr geht immer

Mein Testwagen war der iX xDrive 40. Wer mehr möchte, kann die Version xDrive50 ordern und bekommt eine grössere Fahrbatterie, noch mehr Reichweite, 4,6 Sekunden von Null auf 100, Luftfederung und Aktivlenkung. BMW hat auch schon angekündigt, dass es wohl eine M Version vom iX geben wird: den BMW iX M60. Auch wenn der BMW iX xDrive40 kaum Wünsche offen lässt – Luft nach oben ist immer.

Technische Daten zum BMW iX xDrive40

  • LxBxH 4,95 x 1,97 ohne Spiegel x 1,69 m
  • Leergewicht 2,4 t
  • Batterie 76,6 kWh brutto / 71 kWh netto
  • 240 lW / 326 PS
  • 630 Nm Drehmoment max
  • 0 auf 100 in 6,1 sek
  • Vmax 200 km/h
  • WLTP 372 – 425 km
  • DC 150 kW max, 34 Min von 0 auf 80% SOC
  • AC 11 kW max
  • ab 77.300 Euro Preisempfehlung d. Herstellers inkl. MwSt

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Über Oliver Krüger 276 Artikel
Ihr Berater zum Thema Elektromobilität und saubere Energie